Dienstag, 13. Mai 2008

Skypen ist klasse

…insbesondere mit Webcam…da kann man sich beim nach Hause kommen den Tantenspruch, sind die aber groß geworden sparen.













Das man im Alter von 6 Jahren schon das silberne Schwimmabzeichen hat, macht den Onkel ja noch Stolz. Das sind immerhin 16 Bahnen Schwimmen. Ohne Festhalten! Das Scheitert bei manchem Erwachsenen schon an der Faulheitsgrenze. In dem Alter hab ich glaub ich noch das Seepferdchen auf der Badehosen getragen - eine Bahn schwimmen und 3 Ringe aus dem Wasser holen. Aber das man von einer 6 Jährigen dann noch über seine Ex verhört wird, ist ja nen echtes Ding. O-Ton: "Warum seit Ihr nicht mehr zusahameeeen?" - "Zu oft gestritten" - "Was war denn der schlihimmste Streiheeeeit?" - "Jetzt gib das Headset mal wieder dem Opa zurück…aber ganz flott". Elke, ich bitte um einen Terminvorschlag, wir müssen dringend über die Erziehung reden. Und dabei geht es nicht um das Foto mit dem Finger in der Nase! Worte wie kindgerechte Unterhaltungsthemen, Pesönlichkeitsrechte und Respekt gegenüber Älteren werden fallen. Das Ergebnis muss Sarah dann 10 mal an die Tafel schreiben. Aber DAS kann sie ja noch nicht. :)

Montag, 12. Mai 2008

Lästern

Ist es eigentlich lästern, wenn man über sich selbst schlecht spricht? Wiki sagt nein, Lästern sei der Informationsaustausch über nicht anwesende Personen. Da ich jetzt aber schlecht über mich selbst sprechen werde und wenn jemand dies liest, ich nicht anwesend bin, kann ich es also Lästern nennen. Ich lästere nun über meine Englisch-Kenntnisse des vergangenen Wochenendes. Es fing eigentlich gut an. Beim Fotografieren wurde ich von einem Engländer in ein Gespräch verwickelt und zum Schluss gefragt, ob ich Schweizer sei. Da mir diese Frage jetzt schon zum zweiten mal gestellt wurde, hab ich gefragt, wie er denn darauf komme. Am Aussehen kann es nicht gelegen haben. Im Hotelfahrstuhl bin ich letztens ohne eine Silbe zu sagen gefragt worden, aus welchem Teil Deutschlands ich komme. Aber das war nur ein Engländer der beweisen wollte, das der englische Humor seinem Ruf hinterherhinkt, und da ich kein Problem damit habe, deutsch zu sein, hab ich ihm gleich den totalen Krieg erklärt.
Der (freundliche) Engländer beim Fotografieren antwortete, europäischer Akzent, aber für einen Deutschen sei er nicht stark genug. Sänk juu!

Am Samstag war ich dann beim Friseur. Zwar kenne ich jetzt die genauen Lebensumstände von Bridget (die Friseuse), aber sie hat mich nicht richtig verstanden. Ich wollte also 2 cm abgeschnitten haben, aber sie hat 2 cm drangelassen. Wären meine Haare jetzt 4 cm lang gewesen… egal. Den Sonntag hatte die Projektsekretärin für mich verplant und mich zur Betreuung eines am Tag zuvor angereisten Kollegen eingesetzt. Da am 11. Mai ein italienisches Straßenfestival stattfinden sollte, dachte ich, kein Problem, und sah mich Cappuccino schlürfend, Cantuccini kauend und Salami kaufend den Sonntag Nachmittag abhängen. Leider fand das Festival im March statt, und wie man in der 5. Klasse ja lernt, heißt das März und nicht Mai. Aber mit schlechtem Englisch liege ich im Trend, wie folgender Artikel verrät:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,544420-2,00.html

Naja, es könnte schlimmer sein. Als Lena (die vom Ponyhof Artikel) am 1. Tag Ihres Reitkurses gefragt wurde, ob sie schon mal geritten sei, hat sie mit "'I've never been ridden" die Lacher mehr oder weniger auf ihrer Seite gehabt. Ist jetzt aber auch nicht gelästert, denn das gibt sie in ihrem Blog ganz uneitel zu. Und selbst wenn, Lästern dient der sozialen Kontrolle in einer Gemeinschaft und der friedlichen Abwicklung von Statusdifferenzen. Sagt Wiki. Oha. Wenn das so ist, dann kann ich ja loslegen: Also, ich konnte letztens beobachten, wie ein Kollege hier…:)

Donnerstag, 8. Mai 2008

Pessimistische Reiseführer

Ich habe eine Marktlücke entdeckt. Pessimistische Reiseführer. Jeder, der will, kann gerne draufspringen. Es handelt sich dabei um Reiseführer, in der alles sehr heruntergespielt bis negativ beschrieben ist. Das ist eigentlich nur die logische Weiterentwicklung von im Beruf so oft benutzten "Expectation Management". Dahinter steckt das Prinzip, die Erwartungen beim Geschäftspartner so zu steuern, das er interessiert ist, dann aber auch nicht zu viel Werbung machen, damit er hinterher nicht enttäuscht ist. Reiseführer verfolgen ja eher das Prinzip, alles toll zu beschreiben und mit perfekten Fotos aufzupeppen. Wenn man dann vor Ort und es wirklich toll ist, ist es der gefühlten Wahrnehmung nach "ganz nett". Man kann das z.B. daran feststellen, dass wenn man etwas wirklich Tolles entdeckt, was gar nicht im Reiseführer erwähnt ist, die Begeisterung viel größer ist.
Mein Vorschlag also: im Reiseführer sollte alles so beschrieben sein, dass es so klingt, als seien die Dinge maximal "ganz nett" bis vielleicht nur OK. Dazu sei erwähnt, dass im Englischen ein OK eine andere Bedeutung als im Deutschen hat. Wenn ich z.B. sagen würde, "Meine Freundin ist OK", dann würde mein Englisch sprechender Gesprächspartner die Augenbrauen hochziehen. Nicht, weil er denkt, geil, die muss ich unbedingt kennen lernen, sondern er würde sich wundern, warum ich zugebe, das sie blöd ist. An die weiblichen Leser: Ja, ich weiß, dass ein OK auch im Deutschen nicht das Maximalkompliment ist.
Ein Sydney Reiseführer könnte z.B. so beginnen:

Ankunft am Flughafen: Wenn man die unnötig langen Schlangen an der Immigration aufgrund der lächerlichen Quarantäne-Bestimmungen hinter sich gelassen hat (Paranoia der Australier: ein fremdartiges Pflanzensamenkorn könnte an meinem Schuh kleben oder ich versuche, heimlich einen kranken deutschen Schäferhund einzuführen dessen ansteckende Krankheit danach alle australischen Hunde umbringt was die Katzenpopulation explodieren lässt so dass die Vögelpopulation so dezimiert wird das die Insekten….) , kann man zwischen Taxi und U-Bahn wählen, um in die Stadt zu gelangen. Das Taxi in die Innenstadt kostet ca. 22 AUD, da man aber gerne abgezockt wird, können es für die gleiche Strecke auch 40 AUD werden. Dann lieber die U-Bahn, da ist die Abzocke zwar auch vorprogrammiert, aber immer noch billiger. Ich beschreibe jetzt mal die Ticketpreispolitik einer Fahrt in die Gegenrichtung. Eine Ticket von der Innenstadt zum Flughafen kostet, immerhin ganze 18 KM, knapp 14 AUD, eine Station weiter (!!!) aber weniger als 6 AUD. Spezialtarif für Ausländer. Wer aber meint, man könnte einfach ein Ticket für die längere Strecke kaufen und einfach schon am Flughafen aussteigen, der hat sich geirrt. So doof sind die hier unten auch nicht. Beim Verlassen der U-Bahn Station muss man das Ticket nochmals durch eine Maschine ziehen.

Ich finde, wer so anreist, der kann nur noch durch kurze Wartezeiten am Flughafen positiv überrascht werden und ist nicht enttäuscht, wenn er hinterher die Masche mit der U-Bahn herausfindet. Als ich selbst angereist bin war die Wartezeit kurz, aber ich konnte mich nicht darüber freuen - weil ich das ja als selbstverständlich angesehen hatte. Mir wurde erst hinterher bestätigt, wie viel Glück ich hatte. Als ich dann die Sache über den Extra Flughafenticketpreis spitz bekomme habe, konnte dies mich aber nur prinzipiell erhitzen, schließlich ging's ja nicht um viel Geld.
Der Reiseführer würde weitergehen "Die Oper kann man sich mal angucken, wenn man zufällig in der Nähe ist. Letztendlich auch nur ein großes Haus mit einem lustigem Dach. Völlig überbewertet…" Jetzt hör ich aber auf, sonst denkt ihr wirklich noch, es wäre so schlecht :)

Dienstag, 6. Mai 2008

Die Hard

Mein 2. Artikel über den Tod. Nicht, dass ich an morbiden Gedanken Gefallen gefunden habe, aber ein Phänomen ist mir hier unten aufgefallen. Ab und zu wird mit etwas leiserer Stimme, fast gehaucht, aber dennoch gerne über das Sterben gesprochen. Es geht dabei aber weder um die hohe Hautkrebsrate noch um politische Diskussionen der Legalisierung der Sterbehilfe. Spannender. Es geht um die australischste Form des Sterbens: in der wilden Natur. Mich dünkt, diese Geschichten um Krokodilangriffe, Verschollen im Outback, Schlangenbisse etc. sind durchaus ein gesellschaftsfähiges Gesprächsthema. Und da das Schicksal alle paar Wochen für Nachschub sorgt, gibt man sich dem leichten Grusel dieser Geschichten regelmäßig und auch gerne hin. Ich glaube das hat ein bisschen mit uuuh, das hier ist ein gefährliches Land und wir sind alle ganz harte Jungs weil wir überleben ja hier zu tun. Aber das ist natürlich nur Amateurpsychologie. Hier ein kurzer Abriss der letzten Ereignisse. Die Leser, die das tragische Schicksal anderer unterhaltsam finden, können weiter lesen.

1) Die Autorin Val Plumwood wurde bereits 1985 im Kanu von einem Krokodil angegriffen, dass vermutlich das Kanu für einen Artgenossen hielt. Glücklicherweise konnte die Frau sich an einem überhängenden Ast aus dem Boot ziehen. Unglücklicherweise hat das Kroko die Frau aber vom Baum gepflückt. Glücklicherweise hat es dann aber losgelassen und die Frau konnte sich ans Ufer retten. Unglücklicherweise hat das Krokodil sie wieder reingezogen. Und dann ist sie aber doch noch entkommen. Das war ja schon 1985. Warum ich das trotzdem schildere: Letzten Monat ist die Frau durch einen Schlangenbiss getötet worden.
http://www.news.com.au/dailytelegraph/story/0,22049,23316254-5001021,00.html

2) Es kann aber auch Bush erfahrene Leute treffen: Ein frisch verheiratetes Paar war vor 3 Monaten bei über 40 Grad mit einem Geländewagen im Northern Territory Outback unterwegs, 30 Liter Wasser im Gepäck. Genug, sollte man meinen. Als das Kühlsystem leckt, versuchen die Beiden das Leck mit einer Gummipflanze zu stopfen und füllen Wasser nach. Leider misslingt der Versuch und das Wasser ist irgendwann aufgebraucht. Nach Stunden des vergeblichen Wartens auf Hilfe und steigendem Durst schlagen sie sich zu Fuß zu einem 5 KM entfernten Wasserloch durch. Das ist leider ausgetrocknet. Daraufhin buddelt der Mann mit einem Auspuffrohr ein 2 Meter tiefes Loch in ein ausgetrocknetes Flussbett, um an unterirdisches Wasser zu gelangen. Leider hat es so lange nicht geregnet, dass auch dieser Versuch scheitert.
Inzwischen haben Verwandte bereits der Polizei gemeldet, da das Paar nicht am Zielort eingetroffen ist. Also startet die Polizei eine Suchaktion. Diese muss allerdings bei einbrechender Dunkelheit abgebrochen werden, es werden aber auf dem Weg Wasserflaschen deponiert. Am nächsten Morgen wird die Frau lebend gefunden, der Mann tot in der Nähe des Wasserlochs. Die Frau stirbt kurze Zeit darauf im Krankenhaus.
http://www.news.com.au/story/0,23599,23075338-2,00.html

Nachtrag zum Freibiertag

Hier noch wie angekündigt die Fotos zum vorletzten Artikel "Freibiertag" von Andrews Rasur. Glücklich sieht anders aus :)

Sonntag, 4. Mai 2008

McOliver auf der Hafenbrücke

Gestern war Samstag und mein hier begrenzter Freundeskreis war entweder Out of Town oder hat nen Pärchentag gemacht. Da hab ich mangels Equipment nicht mitgemacht und mir statt dessen die lange vor mir her geschoben Touristenattraktion "Harbor Bridge" vorgenommen. Die ist von meiner Unterkunft in 25 Minuten zu Fuß zu erreichen, aber mit Kaffee und Muffin hats dann doch ne Stunde gedauert.

Was den Brückenbau angeht da waren die Aussies ein bischen wie die Schweizer. Von der ersten Plänen 1815 über einen konkreten Vorschlag hundert Jahre später, in 1916, Baubeginn 1923 hat es bis zur Eröffung 1932 dann doch eher länger gedauert. Immerhin rechtzeitig um während der Großen Depression in den 30ern als Sprungbrett für zahlreiche Selbstmorde zu fungieren.

Die Brücke ist aber schon eine optisch sehr imposante Verbindung zwischen der Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen. Die Sicherheitsvorkehrungen - die Brücke wurde als mögliches Primärziel eines möglichen Anschlags möglicher Terroristen im möglichen Australien - gleichen allerdings der (realen) Berliner Mauer. Zwar wird man nicht zum Devisenumtausch genötigt, aber die Menge des verwendeten Stacheldrahtes und die 2 bemitleidenswerten Sicherheitsleute, die dort permanent patroullieren zeigen mal wieder die leichte Paranoia der Einwohner. Selbst den Finger würd ich hier nicht in die Nase stecken bei der hohen Anzahl der Überwachungskameras.
Erst habe ich ja kurz mit dem Gedanken des "Bridgeclimb" gespielt, d.h. man kann die geschwungenen Stahlträger bis zum höchsten Punkt hinaufklettern. Mein Geiz bei Preisen von 199 $ (120 Euro), für die romantische Variante in der Abenddämmerung sogar 295 $, hat allerdings gesiegt. So habe ich die Brücke zu Fuß überquert, mir nen Hot Dog gegönnt und ein paar Fotos von der anderen Seite geschossen.



Falls mein Bruder jetzt wieder Pippi in den Augen hat weil er denkt "Mensch, ich hab doch die gleiche Kamera, warum bekomm ich die Bilder nicht so hin?". Die beiden Unteren sind nachbearbeitet. Und da der Service am Leser bei mir groß geschrieben wird, hier die Anleitung, wie's geht (beim Klick auf die Bilder gelangst Du auch zum Ausgangsmaterial).
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,457359,00.html



Und was machen die Kollegen am heutigen Sonntag? Es geht ins Stadion zum Rugbyspiel! Gut, dass ich die Oper noch nicht aus der Nähe gesehen habe :)

Freitag, 2. Mai 2008

Freibiertag

Gestern war 1. Mai und die Australier nehmen den Tag der Arbeit so wörtlich, dass eben gearbeitet wurde. Aber heute ist Freitag und jeden Freiarbeitstag ist Freibiertag. Mein derzeitiger Kunde spendet ab 4:30 Freibier für das Projekt. Ein Angebot, dass sich einer zunehmender Beliebtheit erfreut. Danach kann man entweder weiter arbeiten, hicks, oder mit den Kollegen gleich weiterziehen, glück glück glück. Heute schmückt ein besonderes Ereignis dieses come together. Der Kunde hat am Montag nach 2 jähriger Vorbereitungszeit den Vertrag mit meiner Firma unterschrieben. Unser Verkäufer hatte noch eine Wette offen, sich im Falle einer Unterschrift den Kopf rasieren zu lassen. Jetzt nicht sooo originell, aber immerhin ein guter Unterhaltungswert. Fotos werde ich nachreichen.
Schönes Wochenende